Process Mining einfach erklärt – Teil 1

Lange und meistens sehr komplizierte Prozessprojekte kosten viel Geld und bringen ehrlich gesagt nicht besonders viel. Ab sofort ändert sich das, weil technische Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die ultraschnell und extrem präzise Ergebnisse liefern. Doch zuerst ein kurzer Blick zurück.

Die Story zum einfachen Verständnis von Process Mining

Früher wurden Patienten für eine Herz-OP geöffnet. Mit einem Retraktor wurde der Brustkorb quasi wie mit einem Wagenheber auseinander gedrückt. Opiate sorgten für absolute Bewusstlosigkeit des Patienten. Nach der OP war eine wochenlange Genesung angesagt. Physiotherapie und ein langer Weg zurück zur Normalität. Eigentlich eine furchtbare Angelegenheit.

Teure und langwierige Prozessprojekte

Genau so erging es auch Mitarbeitern/innen in Prozessprojekten. Ich erinnere mich noch genau daran, als ich bei einem DAX-Unternehmen für das Thema Anforderungsaufnahme für Konzernprozesse als Berater verantwortlich war. Etwa ein Jahr harte Arbeit in vielen kleinteiligen Expertenworkshops. Am Ende wurde in der „IT“ alles dokumentiert. Eine furchtbare Herz-OP. Und das schlimme daran war, dass wir schlussendlich nicht ganz sicher waren, ob die Realität auch wirklich so aussieht, wie wir uns das dachten. In der Zwischenzeit hat sich alles verändert. Dafür wussten wir, dass die ganze Nummer extrem teuer war. So viel stand fest.

Process Mining geht schnell und einfach

Process Mining ist die präzise Analyse des Patienten mit einem CT, also einem bunten Bild, in dem alle Herzfunktionen sichtbar sind. Jede kleine Ader und auch die verstopften Äderchen können sichtbar gemacht werden. Sogar in 3D-Modellen. Für so eine Analyse öffnet heute kein Professor einen Patienten. Heute wird der Patient in eine Röhre geschoben. Ein technisches Gerät, mit dem in kurzer Zeit ein exaktes Bild der Realität aufgenommen wird kommt zum Einsatz. Manchmal sogar mit allen Bewegungen des Organismus.

Minimalinvasiv und ultraschnell

Und wenn eine OP ansteht, wird minimalinvasiv operiert. Man geht mit kleinsten Instrumenten und Kameras exakt an die Stelle, wo etwas nicht funktioniert und repariert es. In der explorativen Phase wird erst mal mit einem Weitwinkelobejektiv geschaut, wo Auffälligkeiten sind. Die OP findet dann mit Fokusobjektiven statt, damit die Ärzte genau sehen, wo etwas nicht funktioniert. Exakt dort wird dann angesetzt mit Kamera und Mini-Instrumenten.

Zur Sache – Der Process Mining Einstieg

Prozesse können mit dem richtigen Computer Tomographen (ein CT) aufgenommen werden. Komplett ohne Workshop. Mit dem ultrapräzisen „Röntgengerät“ werden die Prozesse aufgenommen. Wie funktioniert das?

Prozesse werden heute mit Systemen, Plattformen, Programmen und Apps durchgeführt. Stellen Sie sich vor, dass Sie das ganze Zeug einfach in einen CT schieben und das Ding produziert Ihnen ein exaktes Bild der IST-Prozesse. Mit allen Schleifen und auch allen Extrawürsten, die keiner will, aber die laufend produziert werden. Nicht möglich? Doch!

Jetzt gehts richtig los …

In den folgenden Teilen erfahren Sie, wie die Maschine an die ganzen Prozessdaten heran kommt, was man damit machen kann und wieso es damit gelingt Performance und Speed zu steigern oder Kosten und Ärger radikal zu reduzieren. Für bessere Kundenerlebnisse, für mehr Kundenbindung und einzigartige Customer Journeys. Am Ende also für einen besseren EBIT und mehr Erfolg in der Marktbearbeitung.

wir sehen uns …. in Kürze hier wieder

Veröffentlicht von

harrywessling

Harry Wessling ist Executive Advisor für digitale Transformation mit Schwerpunkt auf Organisation, Menschen, Prozesse, Vertrieb und CRM. Er ist Diplom Kaufmann und Alumni der Universität zu Köln. Seit mehr als 25 Jahren begleitet er Unternehmen in Industrie, Finanzwirtschaft und regulierten Umfeldern bei der Veränderung komplexer Strukturen und Arbeitsweisen. Seine berufliche Laufbahn begann bei Ernst und Young sowie Cap Gemini, wo er CRM Strategien und Transformationsvorhaben für Unternehmen wie Aral, E.ON, American Express und Hewlett Packard verantwortete. Als Gründer und Geschäftsführer der Axcepting GmbH war er über zehn Jahre unternehmerisch tätig und verantwortete Programme für Unternehmen wie Siemens, RWE und Zodiac Aerospace. In leitender Funktion steuerte er internationale Transformationsprogramme, unter anderem für Lufthansa Cargo und Commerzbank. Zuletzt verantwortete er als Director Professional Services bei DIGITALL globale CRM und Transformationsprogramme mit über 250 Beratern. Er ist Gastdozent für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Vertrieb und CRM an der Hochschule Bonn Rhein Sieg und Autor mehrerer Fachpublikationen, darunter „Steve Jobs’ Agenda“ mit über 500.000 Lesern.