Home Office

Bisher sind die Erfahrungen damit sehr gut, bis die Politik dieses Thema für sich entdeckt. Wenn die SPD damit punkten will, sind Regulation, Gesetze und möglicherweise auch Strangulation nicht mehr weit. Bisher funktionierte das in der Eigenverantwortung von Unternehmen, Mitarbeitern und Anforderungen ganz gut, doch jetzt droht Gefahr! Und die kommt aus der Politik.

Selbstbestimmung und Freiheit

„Home Office“ klingt so, als gäbe es den ganzen Tag Kaffe, viel Freiraum, ein super Life Leadership und überhaupt alles schön kuschelig. Die Realität orientiert sich aber nach wie vor an Abstimmungsterminen, Lieferfristen und Ergebnissen. Nicht selten führt das dazu, dass viele engagierte Menschen auch noch um 21:00 Uhr arbeiten. Allerdings nicht, weil der Druck so groß ist, sondern, weil man es einfach will, weil es Freude und Erfüllung bedeutet. Um 21:00 Uhr noch im Büro zu sein ist dagegen nicht grade familienfreundlich. Ganz praktisch sitze ich immer noch vor meinem Rechner und schreibe grade diesen Blog. Danach ist auch wirklich Feierabend. Vielleicht so gegen 21:30 Uhr. Ist ja nicht schlimm, weil ich doch irgendwie auch bei meiner Familie bin. Nicht jeden Tag, aber immer dann, wenn ich vom originären Betrieb aus arbeite. Originär was bitte?

Originärer und derivativer Betrieb

Früher waren die Orte von Leistungserbringung und Leben recht dicht beieinander. Sozusagen im echten Leben, im originären Betrieb. Erst mit der Industrialisierung wurden die Menschen aus ihrem Umfeld heraus getrennt und fortan arbeiteten sie in abgeleiteten Betrieben, den derivativen Betrieben. Alle hielten es für völlig normal, zur Arbeit zu fahren, dort zu arbeiten und zu hause zu leben. Eigentlich eine komische Angelegenheit, die auf Trennung im Leben ausgelegt ist. Die Trennung von Arbeit und Leben. So langsam bringen dank Digitalisierung immer mehr Menschen ihre Leistung auch wieder im originären Betrieb, also im Home Office.

Dann ist das also gar nichts neues, sondern eher ein zurück zu den Wurzeln. Dank der digitalen Möglichkeiten.

Können Politiker „Home Office“?

Zu diesem Komplex gibt es viel zu diskutieren, viele Vor- und Nachteile und auch viele Wenn-Dann-Beziehungen. Wenn sich jetzt die SPD in Ermangelung einer breiten Wählerschaft moderne Themen zu eigen macht, ist das nachvollziehbar, aber ob die Ideen und Gedanken aus den politischen Ansichten heraus zielführend sind, steht auf einem anderen Blatt. Ich befürchte neue DIN-Normen für den „gesunden“ Home Office Arbeitsplatz, inklusive Zeitkonten, ein mehr an Controlling und Regularien bis hin zu dem Punkt, dass viele Unternehmen und auch kleinere Betriebe doch lieber die Finger davon lassen. Das wäre sehr schade, aber so etwas befürchte ich.

Aktuell ist das „Home Office“ ein Ort der Performance-Steigerung. Normalerweise, denn wer nicht liefert, fliegt sowieso auf! Egal ob Home Office oder nicht. Selbstverantwortung und moderne Auf- und Ablaufstrukturen in digitalisierten Betrieben liefern den Rahmen. Wer diesen Rahmen zu früh reguliert, bevor er sich richtig entfalten kann, der könnte die Entwicklung in Summe gefährden.

Ähnliche Beiträge