Die Sache mit den Faxgeräten

„Faxgeräte“? Echt jetzt? Ein kurzer Ausflug ins Projektgeschäft. Als ich mich von unserem Experten und Director für Pharma für ein wichtiges Projekt briefen ließ, erzählte er mir was von Faxgeräten. Bestellungen in Apotheken via Fax und auch in Praxen. Betrifft also die Supply Chain. Ich habe gelacht, doch er schaute mich bitterernst an, denn bei der Evaluation für die Plattform eines Pharmakonzerns war dies eine essentielle Anforderung.

Ach du Schande!

Das ist jetzt so drei Jahre her, also pre-Corona-Zeitalter. In der Zwischenzeit müsste das Thema erledigt sein – dacht ich mir. Bis ich heute im Handelsblatt in der Mittagspausen-email-info folgendes lese:

Über das Thema Bürokratie im Gesundheitswesen spottete einst auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): In keinem anderen Bereich werde noch so viel gefaxt wie dort. Daran hat sich nicht viel geändert, in der Pandemie geht viel Zeit für die Pflege handgeschriebener Listen und ausgedruckter Excel-Tabellen verloren. „Archaische Zustände“ attestiert der deutschen Verwaltung nun auch in schonungsloser Klarheit der Wissenschaftliche Beirat des Wirtschaftsministeriums. Das Gutachten mit dem Titel „Digitalisierung in Deutschland – Lehren aus der Coronakrise“ liegt meinen Berliner Kollegen vor.

So wird das alles nichts!

Liebe Leute, wir können so viele Talkshows abhalten wie wir wollen, Berlin kann die Zügel anziehen und die Länder können auch alle weiter wild durcheinander Hü- und Hott springen, wie sie wollen, aber eine Sache bleibt: Wir haben schlichtweg keine Perspektive auf die aktuelle Lage (real time, versteht sich).

Wer sich im Management befindet weiss sofort, dass eine Steuerung ohne einen Blick auf die aktuelle Sachlage unmöglich ist.

Was hilft denn jetzt?

  • Erstens: Faxgeräte gehören uneingeschränkt in den Recyclingprozess – Ohne Wenn und Aber.
  • Zweitens: Ein ganz einfaches Microsoft Power BI oder meinetwegen eine Tableau-Lösung sorgt sofort für ein ad-hoc-Reporting zur Sachlage, wenn
  • Drittens: Endlich mal alle in die Cloud umziehen würden, damit alle Daten auch an allen relevanten Stellen zur Verfügung stehen.

Menschenkinder – es ist doch so einfach

Ehrlich jetzt. Wenn wir unsere Unternehmen so steuern würden, wie die Politik derzeit im Blindflug durch die Krise saust, dann wären viele schon längst am Ende. Digitalisierung ist kein Schlagwort. Es sind handfeste Projekte, Cloudlösungen und Collaboration-Tools inklusive. Klar kostet das was, aber lieber mal eine Millionen investieren und gut ist, als 10 Millionen an Schaden durch entgangene Möglichkeiten kompensieren. Mein Tipp: Gebt Gas … in der Digitalisierung – und das betrifft alle miteinander.

Frohe Ostern … digital?

„Digitalisierung in der Corona-Krise rettet uns alle, sichert den Schulunterricht online, garantiert exzellente Kontaktverfolgung, liefert ad-hoc deinen Kontaktstatus zu potenziell Infizierten. Die App ist ne Wucht, funktioniert so, wie ein iPhone immer zuverlässig und Deutschland meistert die Krise auf digitalem Exzellenzniveau.“

Leider alles nicht

Die App ist ein Witz, der Unterricht findet nur noch statt, weil Personal und Eltern voll in die Bresche springen und Deutschlands Politik ist zur Zick-Zack-Nummer verkommen, der so langsam auch der letzte keinen Glauben mehr schenken kann.

Strategie?

Jeder vernünftige Unternehmer plant seine Strategie in drei Szenarien. Einmal so, wenn alles toll läuft, einmal Business as usual und einmal so, als ob alles den Bach runter geht. Daran sind Handlungsempfehlungen gebunden. Je nachdem, was passiert, folgt man dann der festgelegten Planung. Klingt ganz einfach und exakt so machen wir das auch in unseren Unternehmen.

In der Politik ist das etwas anders. Offensichtlich planen Politiker „auf Sicht“ und wie sich jetzt offenbart, komplett ohne Weitsicht. Der BER-Airport ist Sinnbild, für das neue deutsche Politiker-Management. Nichts für ungut, aber es könnte sein, dass Politiker sich nur auf das Setzen von Rahmenbedingungen konzentrieren sollten. Der ständige tägliche Eingriff ins Tagesgeschäft rummst mit schöner Regelmäßigkeit gegen die Wand.

Wie wäre es digital?

Nur mal ein paar einfache Fragen: Wenn wir hunderte Milliarden fürs Nichtstun ausgeben und den Steuerzahler schwerst belasten mit den Folgen, wenn wir Milliarden für Konzerne spenden, die nichts mehr tun, aber Dividenden ausschütten, wieso statten wir dann nicht mal ad-hoc alle Schülerinnen und Schüler mit iPads aus, TEAMS drauf und los gehts mit der Bildung der Zukunft?

Wieso überlassen wir die App-Entwicklung der wichtigsten App der Regierung, die daran mit Konzernen werkelt, die in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie immer die letzten sind in der Digitalisierung sind, anstatt es mal einem progressiven Innovation Hub zu überlassen?

Ein kleiner Tipp

Unternehmer, die wie auch immer in die Digitalisierung der Kundenbeziehung investierten, sind jetzt die Gewinner. Wer hier noch zweifelt, ob sich das Invest lohnt, dem versichere ich, dass jede Form der Digitalisierung in Beziehungen zu Kunden Früchte trägt. Mit und ohne Corona. Mag unsere Regierung aktuell dem Chaos Corona Club angehören, EntscheiderInne in Unternehmen können es besser, so viel steht fest, denn hier wird Zukunft gestaltet, statt Geld nach Lottomanier zu verschenken.

Man kann wirklich ganz einfach beginnen, zum Beispiel mit Microsoft TEAMS.