Mitarbeiter qualifizieren in der Digitalisierung

Das beste Qualifikationsinstrument in der Digitalisierung ist analog. Wie kann das sein? Menschen sind keine Maschinen und haben neben dem kognitiven Apparat eine Menge Emotionen. Qualifikation und Weiterbildung ist mehr als Auf- und Ausbau von Wissen.

WISSEN – VERHALTEN – ERFAHRUNG

Die Best Practice hat gezeigt, dass der Ausbau von Wissen noch lange nicht verhaltensrelevant ist und die gemachten Erfahrungen danach prägen dann noch einmal ganz anders. Konkretes Beispiel: Ein Finanzinstitut hat ordentlich in seine CRM-Plattform investiert und für den Sales in direkten und indirekten Kanälen sehr gute Schulungsvideos ausgerollt. Immer nur kleine Happen von vielleicht 5 Minuten mit praktischen Beispielen. Dazu gab es sogenannte Town-Hall-Meetings, in denen die neue Plattform präsentiert und betroffene Mitarbeiter informiert wurden. Dummerweise funktioniert das irgendwie alles nicht so einfach, wie im Trainingsvideo gezeigt. Was passiert? Nun, die Mitarbeiter waren enttäuscht. Dabei schien alles so einfach. Wissen vermitteln und gut ist.

Das Wissen wurde nur teilweise im operativen Tagesgeschäft verhaltensrelevant. Und so erinnerten sich viele daran, was schon einmal passierte – Tolle Ankündigungen, das Blaue vom Himmel und dann der harte Aufschlag in der Realität. Das beste war dann vielleicht die Service Hotline. Blöd gelaufen!

Wie denn dann?

Es gibt viele tolle Konzepte, um in der Digitalisierung neue Plattformen und Tools auszurollen, eigentlich so, wie eine App. Man baut sie, bietet sie an und dann erklärt sich das von selbst. Pustekuchen, denn Apps werden für singuläre Anforderungen entwickelt. So etwas wie ein Taxi rufen, ein Hotel buchen, einen Flug, die Strecke suchen, ein Restaurant, ein Lied hören, eine Email schreiben und so weiter.

Business-Prozesse sind keine Apps

Ein Geschäftsprozess ist zu komplex, als dass er in einer App für die Mitarbeiter gequetscht werden kann. Zumindest ist das noch heute so. Eine CRM-Plattform für die handwerklich saubere Abwicklung im Vertrieb ist nun mal komplex und die Prozesse sind auch komplex. Man kann sie vielleicht einfacher darstellen, aber die Komplexität bleibt erst mal erhalten und genau deshalb funktioniert das Video-App-Training auch nicht besonders gut. Je komplexer die Plattform, desto besser muss das Trainingskonzept dahinter sein, doch wie kann eine prozessorientierte Schulung aussehen, die wirklich erfolgreich ist? Erfolgreich in dem Sinne, dass die Leute auch tun, was man ihnen beibringen möchte?

Minimalinvasiv Wissen ausbauen, Verhalten ändern und Erfahrungen anreichern

Die „Anwender“ im besagten Finanzinstitut haben sich alle zwei Wochen einmal für zwei Stunden getroffen. In überschaubaren Gruppen mit etwa 20 Personen, die fachlich zusammen passten. Dort wurde neues Wissen vermittelt, diskutiert und auch direkt mal ausprobiert. Jeder hatte jetzt Gelegenheit, in den nächsten zwei Wochen Erfahrungen zu sammeln und diese in der nächsten Fokusgruppen-Session einzubringen. Hier wurden gute und schlechte Erfahrungen miteinander ausgetauscht. Aus der Mitte der Mitarbeiter/innen heraus und nicht vom Trainer.

 

 

Digitalagenda von US-Präsident Trump

Nein, die Headline ist nicht falsch. Jetzt zeigt sich, warum ein Blog wie dieser unabhängig sein muss. Wie sieht die digitale Agenda von US-Präsident Trump aus? Wir finden nichts dazu? Nichts nennenswertes? Das hat seine Gründe, denn Donald Trump hat keine Inhalte zu einer digitalen Agenda. Die Steuergesetzgebung, die große Konzerne wie Apple & Co. begünstigen dürfen mit Zweifel betrachtet werden. Werfen wir einen Blick auf seine Taten.

US-Präsident D. Trump in Davos auf dem Weltwirtschaftsforum 2018

US-Präsident Donald Trump in Kurzform

„America First“, Mauerbau, Strafzölle, Abschottung, Beleidigungen, wichtige Staatsdiener einfach mal feuern, aggressive Kriegsdrohungen, einseitige Begünstigung des Kapitals, Ausdünnung sozialer Leistungen, Nationalismus, angeblicher Sex mit Pornostars, Arroganz, Impulsverhalten, unkontrollierte Kommunikation, offensichtliche Lügen und so weiter. Wo endet diese Liste eigentlich? George Soros hat es bei seinem abendlichen Dinner auf den Punkt gebracht: „In den Vereinigten Staaten würde Präsident Trump gerne einen Mafia-Staat errichten, aber er schafft es nicht. Die Verfassung, andere Institutionen und die lebendige Zivilgesellschaft stehen dem entgegen“, so ist in der FAZ zu lesen.

Die Medien können Trump nicht mehr bewältigen

Diese Woche ist in USA-Today und anderen amerikanischen Medien zu lesen, dass er alleine nach Davos kam. Seine Ehefrau Melania wollte nicht mit reisen, wegen eines Sex-Skandals mit einem Pornostar, der jetzt zu Tage tritt und für den Trump dem Bericht zufolge hohe Schweigegelder gezahlt haben soll. Solche Berichte erreichen uns in Deutschland nicht mehr, weil ein Aufreger aus der Tweetmaschine von Donald Trump den nächsten jagt. Diese Nachricht ist nicht ganz irrelevant, zeigt sie doch einen Blick in die innere Struktur des mächtigsten Mannes auf diesem Planeten. Wenn Soros von der Errichtung eines Mafia-Staates spricht, ist Donald Trump demzufolge offenkundig der Mafia-Boss. So gesehen, passt sein ganzes Verhalten auch.

Trumps Digitalagenda gibt es nicht

So ist es. Das Steuerprogramm zum Wohle seiner eignen Unternehmungen kann nicht ansatzweise als Instrument in der Digitalisierung interpretiert werden. Er redet von der Arbeiterklasse, tut aber alles für sich, seine Unternehmen und begünstigt eine langfristige Entwicklung sozialer Schieflagen. Digitalagenda? Gibt es nicht!

Warum Trump nicht alles zerstören kann

Zur Faktenlage: In den USA leben 321 Mio. Menschen, in der EU 511 Mio. Menschen, in China 1,38 Mrd. Menschen. Wenn Trump America First brutal durchsetzen will, kann er ruhig gegen Deutsche Produkte stacheln, aber wir sind nicht Deutschland, sondern Teil von Europa und wir stehen für über 500 Mio. Konsumenten. Das ist ein wenig mehr, als die USA mit ihren 300 Mio. Konsumenten. Die Machtverhältnisse sind nicht ganz so trivial. Wir wollen amerikanische Produkte wie Software von Microsoft, Netzwerke von Facebook, Informationen von Google und Geräte von HP und Apple. Das ist allerdings keine Einbahnstraße, denn die Amerikaner brauchen zum Wachstum Deutsche Autos, europäische Maschinen, Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, Anreicherung des Wettbewerbs mit der Deutschen Telekom in den USA, hochwertige Produkte aus Medizin und so weiter.

Wir brauchen einander. Das sind keine Fake News. Das sind Fakten. Wir benötigen multilaterale Beziehungen zur Entfaltung und Prosperität digitaler Lösungen. Dass die Deutschen Bosse sich gestern Abend in devoter Runde um Trump versammelten und zustimmend auf seine Fragen mit Investmentplänen antworteten, zeigt den ungebrochenen Willen der Unternehmen, Geschäfte zu machen. Ob hier ein CEO echten Charakter gezeigt hat, steht auf einem anderen Blatt.

Multilaterales Handel als Basis digitaler Entwicklungskultur

Digitale Lösungen haben es in ihrer Natur, dass sie nur dann ihre Performance entfalten, wenn sie grenzüberschreitend gestaltet, produziert und vermarktet werden. Da hilft keine Mauer und auch kein Protektionismus. Das alles steht einer digitalen Agenda und Entwicklung diametral entgegen. Mir ist es egal, ob die Republikaner oder die Demokraten regieren, aber US-Präsident Donald Trump verfolgt definitiv eine Politik von Gestern. Seine Agenda passt nicht in unsere moderne, digitale, grenzüberschreitende, international agierende Gesellschaft. Wir wollen ein transatlantisches Bündnis, Kooperation und konstruktiven respektvollen Umgang miteinander. Jeder Erstsemester in VWL/BWL hat gelernt, dass Strafzölle und Protektionismus die Zerstörer des gesellschaftlichen Wohlstandes sind.

Präsident Trump verfolgt eine seine eigene Agenda und genau das ist der Grund, wieso die Amerikaner unbedingt zu der Einsicht gelangen müssen, dass sie im eigenen Interesse mit Donald Trump langfristig Schaden nehmen. Wenn das so weiter geht, schadet er auch den US-Amerikanischen Tech-Giganten, dessen Lösungen weltweit gefragt sind und die keine Einbahnstrassen für ihre eigene Entwicklung gebrauchen können. Das wäre ein Schuss ins Knie.

By the way, wir sind 500 Millionen und werden uns das wahrscheinlich nicht so einfach gefallen lassen, wie es gestern von NOrbert Röttgen (CDU) zu hören war: „Wir werden nicht einfach unsere Backe hinhalten, denn wir sind auch über 500 Millionen Menschen und wir werden unsere Interessen wahrnehmen“. Er hat sehr deutlich gesagt, dass wir in der Lage sind, Spannungen auszuhalten, aber wir werden als Europäer nicht alles einfach so hin nehmen und kassieren.

Was am Ende bleibt

Wir, die Menschen, die für Innovation, Zukunft und Digitalisierung der globalen Gesellschaft stehen, sind gefordert, unablässig weiter an der Transformation der Menschheit zu arbeiten, auch denn, wenn ein Trumpeltier durch die Welt marschiert. Protektionismus, Kleinstaaterei und Grenzwälle stehen der Digitalisierung diametral entgegen. Wer Wachstum und Wohlstand will, muss sich offen aufstellen und gemeinsame Interessen suchen, statt „America First“ raus zu haun.

Was Trump in seiner Davos-Ansprache von sich gab, ist eine Sache. Viel wichtiger ist, was er nicht sagte.