Drei Kernphasen im Design Thinking

Üblicherweise wird beim Design Thinking von sechs Phasen ausgegangen. Einfacher geht es mit drei Phasen, in denen alles enthalten ist. Modelle können mit zunehmender Reife immer feiner differenziert werden, doch in der Praxis finden einfache Ansätze immer mehr Beliebtheit. Drei Dinge kann man sich einfach besser merken, als sechs Komponenten.

Scan – Focus – Act

Der Design Thinking Ansatz kann in die Phasen Scan, Focus und Act aufgeteilt werden. In der ersten Phase geht es darum, herauszufinden, was der Endanwender oder Kunde möchte, was er empfindet und vor allem geht es darum, den Raum der kreativen Möglichkeiten zu erkunden.

Praktisch wird es mit einer Vielzahl von Ideen recht schwierig, weil sich am Ende eigentlich nur wenige gute Ansätze durchsetzen können. Kostenfaktoren und zeitliche Limitierungen sind natürliche Grenzen, die auch mit Design Thinking nicht einfach weggesprengt werden sollten. Grenzen helfen uns, fokussiert zu bleiben und nicht den Überblick zu verlieren.

In der dritten Phase sollte sich eine einzige Lösung etablieren. Was wäre heute ein iPhone, wenn Apple nicht Tastatur, USB-Stecker, Anschlussmöglichkeiten und Akkutausch eliminiert hätte? Ein iPhone ist vor allem eins – einfach in der Anwendung. In der Umsetzungsphase, in dem der Prototyp gebaut und bis zum MVP (Minimal Viable Product) getestet wird, hilft stets die Umsetzung aus der Phase Zwei mit reduziertem Fokus. Das beschleunigt die Lösung. Das erste iPhone war auch ein MVP, ohne AppStore, ohne Drittanwender Apps, ohne Cloudanbindung usw.

Reduktion hilft Kosten und Zeit sparen

Klingt logisch, richtig? In Projekten erlebe ich jedoch immer wieder, dass die Komplexität aus der Realität die Lösung der Zukunft mit prägt. Wer hier viel Mut und Entschlossenheit mitbringt, kann für seine Leistungsorganisation signifikante Vorteile erzielen. Oft sind kleinere Lösungen, die besseren. „Aber heute haben wir schon dieses und jenes und darauf sollen wir verzichten?“ lautet es dann. Design Thinking bedeutet Komplexität reduzieren, Kosten senken und Geschwindigkeit zulegen. Das sind keine konkurrierenden Ziele, aber sie erfordern ein kleines Opfer – Lösen Sie sich von der heute existierenden Realität. Das iPhone wäre nie zu dem geworden, was es heute ist, wenn Steve Jobs nicht kompromisslos alles bis dahin unbedingt „notwendige“ einfach eliminiert hätte. Das ist Best Practice. Haben Sie den Mut zu weniger, zur Reduktion, zum Fokus!

Mein Tipp: Fangen Sie beim Design Thinking an. Drei Phasen reichen aus.

Ähnliche Beiträge