So wirkt Digitalisierung auf unsere Psyche

Auf der Digital 2018 spricht Prof. Dr. Thomas Druyen über die Auswirkung moderner digitaler Technologien auf die menschliche Psyche. Unterschiedliche Formen der Intelligenz gehören zu uns, wie beispielsweise emotionale, soziale, kulturelle, kognitive und auch künstliche, virtuelle und künstlich emotionale Intelligenz, so Druyen.

So funktioniert das Gehirn – Grundsätzlich

Wenn wir das Gehirn auf seine drei essentiellen Systeme differenzieren, haben wir das „Reptilian Brain“,das Lymbische System und auch noch den Neocortex. Problematisch ist das Reptilian Brain, dass für Selbsterhaltung, Gewohnheiten und Instinkte verantwortlich ist. Je stärker wir unter Druck stehen, desto eher bewegen wir uns auf der Ebene des Selbsterhaltes. Kognitive Prozesse rücken zunehmend in den Hintergrund und Selbsterhaltung dominiert.

Die Wissens-Sintflut bricht über uns hinein

Digitale Medien und Instrumente brechen quasi über uns hinein wie eine Sintflut. Die Frage ist, wie wir mit dieser Flut umgehen. Gehen wir unter oder haben wir eine Arche, in der wir uns retten können. Beispielsweise durch Fokussierung auf wenige für uns relevante Inhalte und Sachverhalte. Die Realität wird heute massiv angereichert durch digitale Realitäten, in denen sich Menschen heute große Teile der Tageszeit bewegen. Wir sind quasi als Nussschale auf dem Meer der Informations- und Bilderflut.

Was passiert wirklich mit uns?

Wir sind quasi mitten in der Disruption und unser Gehirn ist eigentlich die größte Plattform in unserem persönlichen Leben. Wenn wir ehrlich zu uns sind, blickt kaum noch einer wirklich durch, weil die Details nicht mehr wirklich durchdrungen werden können, obwohl wir alle Instrumente in der Hand haben.

Was können wir konkret tun?

„Je mehr wir uns mit Möglichkeiten beschäftigen, desto mehr trainieren wir uns und unser Gehirn, mit disruptiven Umständen umzugehen“, so Druyen. Wir müssen Wissen wandeln in Verständnis. Optionen zu Entscheidungen formen und Gedanken zur konkreten Wahloptionen. Am Ende müssen wir Entscheidungen treffen. Wichtig ist es, dass wir uns hier wieder Freiräume schaffen. Konkret: Mal ausschalten. Netzwerke in die Ecke legen und sehr bewusst weniger auf uns einprasseln lassen. Auch das ist eine Entscheidung.

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