Wem vertraust du … nicht?

In Zeiten der Digitalisierung teilen Menschen so viel von ihrem Privatleben, wie niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit. Auf der anderen Seite ziehen wir die Mauern von Datenschutz eben so hoch wie beim Turmbau zu Babel. Was jetzt? Teilen oder schützen? Wer gewinnt?

Basics zum Verständnis

Facebook, Instagram, WhatsApp, Google (auch Android als Plattform) und Twitter sind Unternehmen, die ihre Einnahmen aus den persönlichen Daten ihrer Nutzer erwirtschaften. Ergo: Hier geht es um die Kapitalisierung unserer Daten. Wer glaubt, dass hier Daten geschützt werden, der glaubt auch noch an den Weihnachtsmann. Soll es ja geben. Solche Leute.

Apple, Microsoft und Salesforce

Diese Unternehmen erwirtschaften Werte, indem sie die Daten Ihrer Kunden gegen Fremdzugriff beschützen. Produkte und Services sind grundsolide und vertrauenswürdig, weil ein Missbrauch sofort zum Entzug der Einnahmequellen führt.

Vertrauen in Change-Prozessen

Etwas ganz anderes ist es, wenn wir von Vertrauen der Mitarbeiter im Rahmen von Initiativen der Digitalisierung in Unternehmen sprechen. Da kommt es auf etwas ganz anderes an – den persönlichen Bezug, der leider durch sogenannte „Change Manager“ sträflich vernachlässigt wird. Wie kann das vermieden werden?

  • Persönlicher Einbezug über Multiplikatoren von Beginn an
  • Persönlicher Kontakt auch in Enterprise-Organisationen über die gesamte Phase der Transformation
  • Persönliche Kommunikation und Dialoginitiativen
  • Persönliche Eskalation in kritischen Situationen

Klingt banal, nicht wahr? Doch genau an der Stelle wird unheimlich viel falsch „digitalisiert“ und veraltete Instrumente werden eingesetzt. Beispielsweise Newsletter, Video-Snippets/Trainings, Service-Plattformen und so weiter. Das funktioniert nicht. Also bedarf es hoch innovativer Instrumente, die von ebenso innovativen Change Managern ein- und umgesetzt werden. Instrumente wie diese hier.

Bist du auch ein Twitter-Kasper?

Donald Trump ist das große Vorbild aller Selbstdarsteller geworden. Nicht unbedingt zu seinem Vorteil. In Deutschland dagegen denkt man lieber manchmal etwas nach, bevor man gedankenlos seine Ansichten twittert. Oder doch nicht? Auffällig sind jedoch die vielen Kasperle-Anstrengungen innerhalb der Armeen von Selbstdarstellern. Übrigens, LinkedIN, Facebook, Snap und Co. spielen alle in derselben Liga.

Kasperle und Selbstdarsteller überall

Es scheint nur noch Superhelden zu geben. Jeder führt ein brutal erfolgreiches Leben, genießt die außergewöhnlichsten Speisen, alle sind immer nur gut gelaunt und sowieso extrem erfolgreich. Jeder übertrumpft jeden. Ein gepimpter, komplett gestellter Snap Shot jagt den nächsten. Selbst die einfachsten Weihnachtskekse mutieren zu Superstars der perfekt inszenierten Küche. Und immer gut drauf! Wer glaubt den ganzen Quatsch eigentlich noch?

Gesucht: Echte Menschen – echtes Leben

„Die Arbeit heute ist extrem schwer. Ich kämpfe mich durch die Anforderungen und gebe mein bestes, doch am Abend bin ich komplett am Ende und ausgelutscht. Jetzt noch ein Essen mit dem Kunden – eigentlich bin ich schon tot. Egal, los geht’s“

Und dann noch ein Selfie mit dem Schreibtisch, blasses Bildschirmgesicht und eine leere Butterbrottüte neben der kalten Kaffetasse. Sowas würde kein Mensch posten. Klar, wäre ja einfach nur das echte Leben. Anstrengend und kräftezehrend. Da gibt sich doch lieber jeder als Kasperle, lacht in die Kamera und zeigt sich stets von der Schokoladenseite. Leider alles nur FAKE, nichts echtes … und wir wissen es bei jedem Bild: voll übertrieben!

Die wahren FAKE News

Lassen wir die Kirche doch mal im Dorf. Das echte Leben ist nun mal anstrengend und es ist auch nicht schlimm, wenn man hart kämpft um seine Ziele zu erreichen … und auch manchmal verliert. So ist das halt. Die echten Fake News (schon ein Widerspruch im Begriff) werden in den Social Networks hergestellt. Von jedem von uns. Ja ja, ein Blick in den Spiegel reicht komplett aus. Kein Rechts. Kein Links.

Mein Tipp: Manchmal ist es besser das scheiß Smartphone stecken zu lassen und mal einen Tag ganz normal zu leben, ohne Twitter, Snapperei und wer weiss was für „Hey, ich habe ein cooles Leben“-News-Feed. Das macht dich am Ende komplett unglaubwürdig, weil es einfach nicht wahr ist und jeder weiss das.

Was wir brauchen ist Substanz, Bescheidenheit und Belastbarkeit …

… und dazu gehört Durchhaltevermögen, Anstrengung und Kraftaufwand. Wer hat uns eigentlich beigebracht, dass wir immer lachen müssen, wenn einer die Linse auf uns hält? Wo sind die echten Menschen, zu denen man aufschauen kann, weil sie mehr können, als immer nur lachen und voll gut drauf sein?

Ganz im Ernst – Wer wollen wir sein, wie definieren wir uns in der digitalen Welt voller Möglichkeiten? Sind wir Superhelden oder Menschen?

Facebook wird moralisch kriminell

Facebook Daten werden gehackt, gestohlen und illegal verwendet. Immer wieder gibt es neue Hacks, Datendiebstahl und immer sind Millionen von Accounts betroffen. Nicht genug, Facebook selbst verwendet Daten von „Freunden“ ohne deren Wissen und beballert sie mit Werbung. Bei den Werbetreibenden kann der Schuss heftig nach hinten los gehen. Auch ohne deren Wissen.

Was bedeutet das für Werbetreibende?

Werbetreibende müssen sich warm anziehen, denn die ganze Nummer kann nach hinten los gehen. Der Shitstorm kann jederzeit mit extrem negativen Konsequenzen über die Anbieter von Produkten  hereinbrechen. Wie bei den Betrügereien von Volkswagen, kann auch jeder Werbetreibende Opfer werden, weil er Facebook als Werbeplattform nutzt. Aktuell herrscht noch Ruhe und das Augenmerk ist auf Hacks gerichtet, doch Facebook verhält sich bereits heute nachweisbar so, wie es die User nicht wollen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die aktuell leichten Wellen als Tsunami bei den Werbetreibenden das Geschäft mit Schmutz und Morast überrollen. Doch dann ist es zu spät.

Was genau passiert hinter den Kulissen bei Facebook?

John Gruber von Daring Faireball hat die aktuellen Forschungsergebnisse einer Studie, die unter anderem bei Gizmodo veröffentlicht wurde sehr schön und einfach zusammen gefasst.

Frage von Hill an Facebook: „Facebook, nutzt ihr Schattenkontakte für Werbung, diese scheußliche Vorgehensweise?“

Facebook: „Nein, das machen wir nicht.“

Hill, einige Monate später: „Facebook, hier ist eine wissenschaftliche Studie, die zeigt, dass ihr diese scheußliche Sache sehr wohl macht.“

Facebook: „Ja, wir machen das.“

John Gruber kommt zum Schluss, dass Facebook ein kriminelles Unternehmen ist, weil sie die Privatspähre von Personen stehlen und verwenden. Wenn auch nicht im juristischen Sinn, so doch im moralischen Sinn.

Worum ging es in der Studie?

User A teilt seine Kontakte mit Facebook. Darunter auch User B. Die Telefonnummer von B ist bisher unbekannt, aber in den Kontakten von A gespeichert. Werbetreibende können B auf Basis seiner Telefonnummer online über Facebook bewerben. B hat dazu nicht eingewilligt. B ist es wegen des Regelwerks auch nicht möglich, dies zu verhindern. Die Privatspähre von B wurde von Facebook gestohlen und wird nun gegen den Willen von B vermarktet. B hat keine Möglichkeit, dies zu verhindern. B ist ein sogenannter Schattenkontakt. B’s Telefonnummer war nicht bekannt, aber Facebook hat diese Nummer ohne Einwilligung des Betroffenen bei A abgegriffen. B hat keine Widerspruchsmöglichkeit.

Welche möglichen Konsequenzen für Werbetreibende sind zu erwarten?

Facebook hat dieses Verhalten so lange bestritten, bis es durch eine Studie wissenschaftlich belastbar nachgewiesen wurde. Wie beim größten kriminell organisierten Autobetrug durch Volkswagen, begibt sich auch Facebook auf Pfade, die nicht nur Facebook langfristig schaden werden, sondern die den Zorn der User auch zu den Werbetreibenden transportiert.

Damit wird der Werbeeffekt negativ umgewandelt und die Werbetreibenden könnten mit voller Wucht getroffen werden. Und heute weiss jedes Schulkind: Derartige Effekte sind kaum noch kontrollierbar.