ZUVERSICHT

Zuversicht ist einer der stärksten und wirksamsten Konzepte im Management für Leadership. Ein Blick in den Wortstamm, die Bedeutung und die Komponenten kann helfen, Menschen frische Perspektiven zu geben. In Zeiten, wo Kritik und Skepsis vorherrschen, kann das gute Kräfte freisetzen.

Was ist Zuversicht?

Zuversicht kommt aus dem althochdeutschen „zu“ etwas Hinbewegen und „Versicht“ von vorausschauen und sehen. Dabei handelt es sich um ein personales Konzept, denn Zuversicht ist nicht in einer Person alleine begründet, sondern in einem Miteinander, dass durch Vertrauen geprägt ist. Man sucht Zuflucht in etwas und folgt dabei einer Person des Vertrauens, die schon etwas voraus sieht und der man es zutraut, dass diese Sichtweise verlässlich ist. Das hat viel mit Glaubwürdigkeit zu tun, die nicht als Eigenschaft angeheftet werden kann, sondern auf sehr langen Distanzen erworben wird. Menschen glauben an eine Person und diese Person hat sich als würdig erwiesen. Der Erwerb von Glaubwürdigkeit ist extrem langwierig und langsam, doch verspielen kann man seine Glaubwürdigkeit an nur einem einzigen Tag.

Bauteil 1: Personelle Komponente – Der Grund

Der GRUND, warum Menschen einem anderen Menschen vertrauen ist nicht nur rational, sondern und vor allem emotional geprägt. Die Bindung an eine Person, die eine Würde in sich trägt, um glaubhaft zu sein, ist der Grund für Zuversicht. Ganz im Gegenteil ist Optimismus ein signifikant schwächeres Konzept, denn es erwartet lediglich das beste von allem. Es mag kommen oder nicht, der Optimismus ist in einer Person isoliert vorhanden. Der Grund, einer Sicht in die zukunft zu vertrauen, der Person zu folgen, ist dagegen interpersonal. Der Zusammenhalt von Gruppen beispielsweise fördert Zuversicht. Wenn eine Merkmalsgruppe, wie eine Belegschaft oder ein Betrieb vor Ort begründetes vertrauen in sein Leadership-Team hat, ist die erste belastbare Komponente für ZUVERSICHT vorhanden. Es liegt auf der Hand, das mit zunehmender Kohäsion der Grund, also die Basis, das Fundament, auf dem alle stehen stärker und belastbarer ist, als ein Individualfundament einer einzelnen Person.

Darüber hinaus kann dieser Grund eine ruhige Gewissheit liefern. Also das Gegenteil von Aufgeregtheit und Ungewissheit. Ruhe geht oftmals einher mit Frieden. Frieden zu empfinden auf unklaren Wegen, ist eine enorme Kraftquelle. Diese Quelle kann nicht verordnet werden. Sie liegt tief und muss über Jahre erschlossen werden. Ist sie erschlossen, tränkt sie die Menschen immer wieder zur neuen Frische.

Bauteil 2: Visionäre Komponente – Sehen

Im betriebswirtschaftlichen Kontext sind Zielbilder möglicherweise wertstiftender, weil wie rascher avisiert, gemessen und somit auch in Umsetzung gebracht werden können. Operativ, versteht sich. Doch „versicht“ aus der Zuversicht, dem althochdeutschen SEHAN, bedeutet vor allem, einen klaren Blick für Dinge zu haben, die andere noch nicht sehen. Es ist schon da, aber noch nicht greifbar. Visionäre menschen sehen Dinge und Sachverhalte, als wären sie bereits da, obwohl nocht nichts davon greifbar ist und das in einer Klarheit und Präzision, die anderen Menschen Orientierung verleiht. Eigentlich nichts kompliziertes, doch es verlangt möglicherweise die Fähigkeit, weit über den Tellerrand hinaus zu blicken. Zu abstrakt?

Ein Beispiel

Kurz nach der Jahrtausendwende schrieb ich eine kleine Geschichte über eine Familie, die mit dem Auto einen Ausflug unternahmen. Mit dabei war ein kleiner Roboterhund. Kurzversion: Die Familie geriet in einen Unfall, eine Stimme ertönte im Auto, die zuversichtlich versprach, dass Hilfe unterwegs ist. Der Abschleppdienst kümmerte sich um die Werkstatt und noch während die Familie medizinisch versorgt wurde, war das Auto in der Werkstatt. Wie gesagt, die kurzversion. Heute in der Versicherungswirtschaft völlig normal. Meiner Ehefrau erging es kürzlich genau so, nachdem alle Airbags im Fahrzeug auslösten und eine Stimme sie ansprach. Doch die Zeit, in der ich diese Story für EY in Kooperation mit HP und SAP „erfand“, um über Vorstände in der Versicherungswirtschaft ein Geschäftsmodell zu platzieren, war noch nicht reif dafür. Clevere Leader erkannten das Potenzial und wollten schnell Marktführer in der Schadenregulierung werden mit geschlossener Prozesskette, basierend auf innovativer Technologie mit dem Potenzial zu Steigerung von Kundenzufriedenheit bei gleichzeitiger signifikanter Kostenreduktion. Easy, oder?

Sehen, was kommt

Den meisten Menschen in meinem Umfeld viel dieses Szenario recht schwer und die Anzahl der Argumente zur Realisierung waren besonders stark bei den Bedenkenträgern ausgeprägt. Menschen, die eher nicht zuversichtlich waren. Wer sich jedoch auf dieses Szenario eingelassen hat und der Idee mit Zuversicht folgte, erfuhr in absehbarer Zeit den Segen der „First-Mover“. Erst sehen, dann aber auch konsequent machen. Deshalb auch von Beginn an SAP und HP an Bord, denn sonst wäre aus der netten Story nichts geworden. Am Ende des Tages gehören immer drei Dinge zusammen: Menschen, Geschäftsprozesse und Technologie. Im übrigen ändert sich das nicht so schnell. Das ist recht stabil, auch dann, wenn alles immer schneller, unschärfer und vernetzter wird.

Bauteil 3: Richtungsgebung – Zukunft

Jetzt kommen wir zu der wichtigsten Komponente. Stimmt die Richtung nicht, führt die Reise in die Irre und die Zuversicht wird zerstört. Ich war einmal Teil eines Teams, das in Summe sehr zuversichtlich war, aber leider wurde die Richtung durch einen Private Equity Investor vorgegeben. Die Richtung änderte sich von Leidenschaft für tolle Lösungen für Kunden zu KPI-Jagt und EBIT-Zielen. Grundsätzlich nichts verkehrtes, aber der Kern, die Seele, änderte sich. Eine menschenbeseelte Webseite wurde zur Lösungswebseite, aus Charakterteams mit echten Menschen wurde plötzlich Lösungsteams. Alles OK, aber die „Seele“ wurde entnommen. Also schwand auch die Zuversicht, dann die Menschen und zu guter letzt auch die Kunden. Was doppelt so groß werden sollte, schrumpfte sich zusammen. Da hilft es auch nicht, wenn immer neue Ziele ausgerufen werden. Im übrigen litten nicht nur die Menschen im Team. Am Ende schloss der Private Equitiy Investor seine ganze Firma (in Abwicklung). So kann es kommen.

Deshalb ist es gut und angebracht, wenn Leistungsorganisationen, die eine Seele besitzen, auf Zuversicht setzen, auf Menschen, auf echte Werte für Kunden und Partner, ja, für alle Beteiligten. Das führt zu einem Miteinander, ein Ansatz, der auch dann als Kitt hält, wenn der Wind zunimmt, es stürmisch wird und das Schiff droht, auseinanderzubrechen. Was es dann braucht, sind gestandene Seeleute, die mit Zuversicht hart anpacken und so auch Perspektive und begründete Hoffnung vermitteln.

Ein Beispiel – Generationsübergabe im Betrieb

In meiner Laufbahn als Diener für Menschen in Unternehmen hatte ich einmal einen Kunden, dessen Betrieb vom Senior auf den Junior übertragen werden sollte. Die Zuversicht des Vaters übertrug sich auch auf den Sohn. Das war ein Asset! Die gesamte Mannschaft hatte Zuversicht, zog an einem Strang und es gab keinen Generationenkonflikt, auch dann nicht, wenn die Lösungsräume divergierten. Am Ende hat sich das menschliche Miteinander durchgesetzt und zwar eindeutig Richtung Innovation und Zukunft. Weil der Vater dem Sohn die Aufgabe nicht nur übergab, sondern sich auch zuversichtlich beizeiten zurückzog. Das war Würde. Nicht selten sind das Sollbruchstellen, doch die gemeinsame Zuversicht war eine sichere Leitplanke, an der sich alle orientieren konnten. Nicht selten müssen Staffelstäbe übergeben werden und manchmal entfalten einfache Konzepte eine wundervolle Wirkung. Zuversicht ist so ein Konzept.

Behalte deine Zuversicht. Im Sturm, in der Wüste und auch dann, wenn der Aufstieg zu scheitern droht. Am Ende zahlt sich das aus und Menschen folgen dir in der Zuversicht, die du selber entwickelt hast. Doch Vorsicht ist geboten – Das funktioniert nur dann, wenn sie echt ist.

Anm.: Dieser Text ist von einem Menschen geschrieben, ohne KI. Es sind authentische Gedanken, die aus persönlicher Erfahrung resultieren.

Flip-Flop-Management: Warum strategische Planung heute flexibel sein muss

Ein neues Paradigma in Wirtschaft und Vertrieb

Früher waren unternehmerische Pfade sicher und stabil – vergleichbar mit festen Wegen aus Stein. Heute bewegen sich Unternehmen jedoch auf sandigem Boden, wo jeder Schritt volatil ist und sich unerwartet ändern kann. Disruptionen sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Sie betreffen ganze Branchen, Lieferketten, Geschäftsmodelle und Vertriebsstrategien gleichermaßen. Klassische Planungsmodelle mit langfristigen Zielsetzungen stoßen an ihre Grenzen, da Märkte und Rahmenbedingungen sich nahezu täglich verändern.

In dieser unsicheren Umgebung etabliert sich ein neues Prinzip: Flip-Flop-Management. Es beschreibt eine Strategie, die schnelle Anpassungsfähigkeit nicht als Reaktion, sondern als Grundprinzip integriert. Entscheidungen müssen flexibel, kurzfristig und situativ getroffen werden – mit der Bereitschaft, sie bei Bedarf umzukehren oder neu auszurichten, so wie ein Fußabdruck im Sand, der bereits durch die nächste Welle verwischt sein kann.

Flip-Flop-Management am Beispiel von VW

Ein aktuelles Beispiel für Flip-Flop-Management ist die Preispolitik von Volkswagen beim ID.3. Aufgrund von Unterkapazitäten in der Produktion wurde das Elektrofahrzeug für einen begrenzten Zeitraum mit einem Leasingangebot von 99 Euro pro Monat beworben – ein Bruchteil der regulären Kosten. Nach kurzer Zeit wurde dieser Preis wieder auf 350 Euro angehoben, ohne dass sich das Produkt selbst verändert hätte. Solche sprunghaften Preisstrategien sind keine Ausnahme mehr, sondern Ausdruck eines neuen, reaktionsschnellen Marktverhaltens.

Ähnliche Beispiele finden sich in der gesamten Wirtschaft. Unternehmen müssen flexibel auf Materialknappheiten, Lieferengpässe, regulatorische Änderungen oder geopolitische Entwicklungen reagieren. Dies erfordert einen grundlegenden Wandel in der Art, wie Entscheidungen getroffen werden.

Auswirkungen auf den Vertrieb

Flip-Flop-Management bedeutet auch, dass Vertriebsstrategien ständig überprüft und angepasst werden müssen. Klassische Verkaufsargumente mit stabilen Preis- und Produktversprechen verlieren an Bedeutung, weil sich Marktbedingungen innerhalb kürzester Zeit ändern können.

Vertriebsteams stehen vor neuen Herausforderungen:

  • Kundenakquise muss flexibler gestaltet werden, da Preis- und Leistungsangebote schnell variieren.
  • Vertragsverhandlungen müssen dynamischer werden, um plötzliche Änderungen in Angebot und Nachfrage zu berücksichtigen.
  • Bestandskundenkommunikation erfordert mehr Transparenz, um Vertrauen trotz wechselnder Rahmenbedingungen zu erhalten.
  • Digitale Kanäle müssen effektiver genutzt werden, um in Echtzeit auf Marktveränderungen reagieren zu können.

Handlungsempfehlung: Erfolgreich navigieren mit Flip-Flop-Management

Unternehmen, die in dieser neuen Realität erfolgreich agieren wollen, müssen folgende Prinzipien verinnerlichen:

  1. Agilität in Entscheidungen: Strategie- und Vertriebsentscheidungen dürfen nicht in Stein gemeißelt sein. Ein permanentes Monitoring von Markttrends und externen Faktoren ist essenziell.
  2. Datengetriebene Flexibilität: Unternehmen müssen ihre Datenanalysen intensivieren, um fundierte und schnelle Anpassungen vornehmen zu können. Echtzeit-Daten zu Nachfrage, Wettbewerb und Kundenverhalten sind der Schlüssel.
  3. Szenario-Planung statt fester Fahrpläne: Statt starrer Strategien braucht es eine Vielzahl an Optionen, die je nach Entwicklung aktiviert werden können.
  4. Transparente Kommunikation: Kunden und Partner müssen auf die neue Dynamik vorbereitet werden. Vertrauensaufbau gelingt durch Offenheit über Marktveränderungen und deren Auswirkungen auf Preise und Angebote.
  5. Iterative Produkt- und Preispolitik: Unternehmen sollten bereit sein, ihre Preis- und Angebotsmodelle kurzfristig zu verändern, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Lassen Sie uns sprechen

Die Zeiten der sicheren Pfade sind vorbei – wer heute erfolgreich sein will, muss lernen, auf Sand zu gehen. Das bedeutet nicht nur Flexibilität, sondern auch eine strategische Neuausrichtung in Vertrieb und Geschäftsmodellen. Ich lade Sie ein, gemeinsam zu diskutieren, wie Flip-Flop-Management für Ihr Unternehmen funktionieren kann. Schreiben Sie mir oder lassen Sie uns direkt sprechen!

Raus aus der Lethargie

Entweder reden wir Deutschland schlecht und kritisieren einfach alles, was derzeit nicht gut läuft, oder aber wir geben uns jetzt mal einen Ruck und packen es an, statt weiter darüber zu reden.

Konkret in DREI einfachen Schritten

Ich will die Welt wirklich nicht schönreden, denn wir stehen in der Tat vor einigen gewaltigen Herausforderungen. Was wir beobachten, ist doch folgendes. Auf der einen Seite sind die Kritiker, die mental alle mit nach unten ziehen und auf der anderen Seite die brutalen Macher, die jeden überfordern. Mit drei konzentrierten Schritten kann es uns gelingen, aus der Falle zu entkommen und Wachstumspotenziale zu heben.

Schritt 1: Zielbild erstellen

Visionen sind ziemlich weit oben in den Wolken und zeitlich auch recht weit entfernt, quasi kaum greifbar. Deshalb eignen sich griffige und naheliegendere Zielbilder besser, um etwas konkret zu verändern, anzupacken und loszugehen.

Tippelschritt A: Doch wie entwirft man ein brauchbares Zielbild? Das ist nicht schwer, wenn man sich jemanden ran holt, der es gewohnt ist, solche Bilder in den Köpfen zu zeichnen, beispielsweise mit tollen Use Cases. Nicht so kompliziert, eben alltäglich und hilfreich.

Tippelschritt B: An der Gliederung merkst du schon, dass Struktur nicht so übel ist, oder? Genau so macht man das auch beim Zielbild, denn wichtig ist, dass alle mitgenommen werden, die damit etwas zu tun haben (sog. Beteiligte). Und das macht man so: Wir stellen in einer strukturierten Diskussion fest, wo wir stehen. Danach spezifizieren wir am Use-Case einfach, wo wir gerne stehen würden. Jetzt haben wir eine erste Grundlage für ein Zielbild und zwar ausgehend von unserem jetzigen Umfeld. Easy going, oder?

Schritt 2: Konkrete Maßnahmen festlegen

Wenn wir wissen, wo wir stehen und auch wissen, wo wir GEMEINSAM hin wollen, dann brauchen wir nur die Maßnahmen exakt festlegen, die uns zu diesem Zielbild führen. Doch Achtung: Ich habe auch schon Entscheider kennengelernt, die lieber loslaufen, machen, machen, machen und sogar KPI’s hinterherlaufen, aber wirklich kein gemeinsam definiertes Zielbild haben. Kein Scherz, sowas gibt es.

Schritt 3: Roadmap aufsetzen und los geht’s

Jetzt kommt wieder Struktur, Ordnung und Disziplin zum Einsatz. Projektmanager reden gerne von „in budget, in time, in quality“. Dafür bedarf es ein paar gut überlegter Meilensteine, eine prima Verteilung auf Experten, die den Job machen, gewürzt mit einem wöchentlichen Tactical (äh, einer Art Status-Überprüfung) und alle zusammen sind schneller am Zielbild angekommen, als man sich das so gedacht hat.

ACHTUNG: Fallen und Schwierigkeiten

  • Alleine ohne geübten Navigator starten
  • zu wenig inspirierende Ideen am Start
  • zu wenig Struktur und zu viel Diskussion
  • Überbordende Workshops
  • zu viel Change, zu wenig Machen
  • zu viel Machen, zu wenig Change
  • Loslaufen, ohne die Mannschaft mitzunehmen
  • Fehlende KPI’s zur Zielbilderfüllung (Checkliste)
  • Übrigens: Es ist nicht schlimm, wenn man nur 80 Prozent erreicht. Besser als nix.

Jetzt einen recht guten Start, raus aus der Lethargie und Ärmel hochgekrempelt. Wer wissen will, wie man die Sache mit dem Zielbild konkret hinbekommt, der kann hier mehr erfahren.