Anleitung DIGITALISIERUNG 2022

Kurzversion zuerst:

  1. Alle Stakeholder an den Tisch holen
  2. Open Minded Innovation Center durchführen
  3. Scan aller möglichen Optionen
  4. Fokussierung auf strategische Elemente
  5. Klar strukturierte Action Packs
  6. Agile Implementierung und
  7. Managed Services buchen (Auslagern, Kernkompetenzen wahren)

Ihre Leistungsorganisation hat ein wenig verschlafen, es wurde zu spät agiert und jetzt ist es zu viel auf einmal? Willkommen im Club. Geht allen so. Macht nix. Das kann man einfangen, wenn man jetzt korrekt vorgeht und sich nicht auf ein wildes Durcheinander einlässt. Also, mal kurz und einfach:

STAKEHOLDER

Holen Sie alle Stakeholder an den Tisch aus unterschiedlichen Funktionsbereichen zu den Bereichen, an denen Sie arbeiten wollen und vergessen Sie nicht die wichtigsten: Kunden. Egal ob B2C oder B2B. Das Geld kommt von den Kunden, also gehören Sie an den Tisch. Und bei den internen Stakeholdern ziehen Sie keine Grenzen, sondern holen über unterschiedliche Level alle zusammen vom Sachbearbeiter bis zum Top-Entscheider, sonst wird das nix.

INNOVATION CENTER

Viele Menschen mit vielen unterschiedlichen Perspektiven müssen mit hochintelligenten und exzellent durchstrukturierten Formaten geführt werden, damit Sie ein sauberes Ergebnis erzielen können. Vergessen Sie die üblichen Management-Workshops. Die taugen nicht viel, weil damit essentielle Elemente und Einsichten aus dem operativen Geschäft schlichtweg fehlen.

OPTIONEN

Schwarmwissen kann nur im Schwarm identifiziert, offengelegt und sichtbar gemacht werden. Bevor Sie auch nur ansatzweise über Lösungen nachdenken, müssen Sie alle Aspekte eines aktuellen Zustands identifizieren, ebenso alle Einzelheiten eines zukünftigen Zielbildes. Und nicht vergessen: ALLE müssen strukturiert, repräsentativ eingebunden werden. Nicht die „Management-Nummer“ bitte.

STRATEGIE

Die Anzahl der Lösungen wird schier unüberschaubar sein, wenn Sie bisher alles richtig gemacht haben. Jetzt muss gebündelt und anschließend entsprechend der strategischen Ausrichtung fokussiert werden. Wie das geht? Recht simpel: Um ein Ja zu finden, bedarf es vorher 1.000 mal eines Nein. Got it? Wenn nicht, das hier hilft.

STRUKTUR

Berater sind großartig darin, alles zu paketieren. Holen Sie sich diese Hilfe, aber lassen Sie sich nicht über den Tisch ziehen mit ewigen Projekten. Halten Sie den Fokus, bleiben Sie an den Standards der Technologie. Jede Abweichung kostet Unmengen an Geld und Zeit und zwar für immer. Ihre Mitarbeiter:innen werden Ihnen erklären, warum Sie dies und das brauchen. Haken dran, sonst verzetteln Sie sich, bevor Sie gestartet sind.

AGIL

„Ich als Anwender will“ und „Ich als Kunde will“ ist der Startpunkt für jede kleine User Story. Achten Sie darauf , dass Ihr Backlog im Projektverlauf nicht unnötig anschwillt. Stellen Sie einen bewaffneten Polizisten ein, der jede „das muss aber sein“-Anforderung auf den zuvor gesetzten Fokus reduziert. Alles andere kommt später. Und vergessen Sie nicht, dass Change Management nicht am Schluss startet, sondern ganz vorne. Auch hier gilt: Der Fokus ist auf den Menschen gerichtet und nicht auf die Maschinen. Maschinen sind für Menschen da und nicht umgekehrt.

KERNKOMPETENZ

Schließen Sie Ihr Projekt ab. Punkt und fertig. Danach übergeben Sie Anpassungen, Weiterentwicklungen und Services an fest bepreiste Managed Services durch Dienstleister. Immer schön weiter agil ein Ticket nach dem anderen lösen, egal, wie groß es ist, aber lassen Sie es nicht zu, dass Sie durch ewige Projekte gebunden werden. Alle in der Organisation sind für die Erledigung der strategischen Kernkompetenzen im Einsatz und nicht für Wulliwum-Projekte.

So geht’s HOME OFFICE

Liebe MitbürgerInnen,

das virtuelle Arbeiten gewinnt in Zeiten der Globalisierung, Work-Life-Balance, aber auch aktueller Themen wie Covid-19 zunehmend an Relevanz. Internationale Teams kommunizieren via Chat und virtuellen Meetings, MitarbeiterInnen arbeiten vom Home Office aus, um flexibler auf Lebensbedürfnisse zu reagieren. Derzeit, sind außerdem viele Eltern auf Home Office-Optionen angewiesen, da Schulen und Kindergärten im Rahmen der Covid-19-Krise geschlossen werden. Provide-20 ist unsere Antwort auf Covid-19 und auf den generellen Need, Arbeiten flexibler zu gestalten.

Als Beratungsunternehmen, das bei der Digitalisierung von Kundenreisen und Prozessen unterstützt, wollen wir mit dieser Informationsseite dabei helfen, an Ihrer Seite zu stehen. Wir wollen kritische Services, Know-how und Best Practices zur Verfügung stellen, um sicherzugehen, dass die virtuelle (Projekt-) Arbeit effizient, flexibel und vor allem persönlich bleibt, um so auch das Vertrauen von MitarbeiterInnen und KundInnen zu stärken.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr David D. Laux

Weitere Informationen, konkrete Fragen, Antworten und Hilfestellungen hier

Redaktioneller Hinweis: Diesen Beitrag habe ich 1:1 vom Vorstandsvorsitzenden der ec4u expert consulting ag übernommen.

Digitalisierung Over-Hyped

Viele von uns können es nicht mehr hören, wie und wo alles digitalisiert wird. Meistens sind das sogar unangenehme Erfahrungen, wenn die ganze Nummer überambitioniert ist, Ziele verfehlt werden und Budgets explodieren. Ist doch so, oder?

Geht es bitte auch ohne Superlativen?

„Phänomenale Kundenerlebnisse“, „großartige Chancen“, „einzigartige modern work places“ oder „außergewöhnliche Lösungen“ gehören zum Standardsprachgebrauch. Wer mal bei LinkedIN durchscrollt, wird von Superlativen und gigantomanischen Ideen und „Best Practices“ platt gewalzt. Abgesehen von den Super-Tipps und den hoch innovativen Methoden, deren Saft aus jeder Ecke quillt. Wer soll den ganzen quatsch eigentlich noch glauben?

Erde an Luftvision – bitte melden

Diese Woche konnte ich einen Vortrag einer unserer Kunden aus dem Luftfahrt Cargobereich zuhören. Da war die Rede von wirklich einfachen Lösungen, Roll-out-Wellen, gepaart mit agiler Vorgehensweise, Verantwortung der IT, Systemwechsel ohne Prozessanpassung bis hin zu recht einfachen Skype/Teams-Schulungen für die weltweit agierenden Key-User. Alles down to earth, alles machbar, alles reduziert auf das Wesentliche. Wie angenehm war das denn! Einmal ein richtig normaler und bodenständiger Manager! Ein Projekt mit grundsolidem Handwerk(ern). Nix mit Super-Vision, nix mit Mega-Agil und auch nix mit alles von A bis Z umkempeln. Dafür Stabilität, Sicherheit und schrittweise Innovation. Wow! Auch sowas gibt es noch.

Die IT im Driver Seat

So, jetzt wird mal am Grundgerüst gerüttelt, denn die Hersteller von digitalen Plattformen gehen zunehmend in den Fachbereichen ein- und aus, weil diese für Sales und Marketing recht zugänglich sind. Im besagten Fall wurde aber anders Entschieden. Die IT ist verantwortlich für die Digitalisierung, indem ein Altsystem durch einen modernen Arbeitsplatz abgelöst wird, also hier ganz konkret eine CRM-Plattform.

Oracle Siebel fliegt raus. Microsoft Dynamics 365 kommt rein.

Die Prozesse sind stabil und bleiben erst mal unberührt. Lediglich die Plattformen werden getauscht. Alt gegen neu. Danach geht es weiter, aber erst mal Eins nach dem Anderen. Die Ansage war klar: „Die IT ist im Driver Seat.“ Sowas ist selten geworden, aber den Ansatz fand selbst ich äußerst interessant und offenbar funktioniert er richtig gut. Das setzt voraus, dass die IT mit den Fachbereichen sehr gut abgestimmt ist und genau weiss, was jeder will. Eben nicht der übliche Kleinkrieg, nicht die Grabenkämpfe mit den fiesen Handgranaten.

Das Projekt läuft noch, aber schon jetzt ist absehbar, dass die Ziele erreicht werden, was nicht immer der Fall ist. Denn all zu oft, übernehmen sich Unternehmen und ändern zu viel an zu vielen Stellschrauben. Die Investments sind riesig und der Knall am Ende oftmals auch. Das macht keinen Sinn.

Lieber down-to-earth mit einer guten soliden Lösung ans Ziel kommen, als alles verändern wollen und am Schluss verenden.

Anmerkung: Diese Projektbeschreibung ist stark verkürzt, aber sie liefert Impulse zum „Nachdenken“, die helfen, ein komplexes Vorhaben ordentlich ans Ziel zu bringen. Vielleicht hilft es sogar zum „Vordenken“.